Donnerstag, 18. Mai 2017

Lüttich - Liège - Luik oder wie man sich am schönsten verlaufen kann

Wir haben derzeit eine Woche Urlaub, bzw. die obligatorischen 4 für 10 freie Ostertage. Eigentlich wollten wir in den Urlaub fahren. So ganz enstspannt von Montag bis Donnerstag einfach von zu Hause raus. Aber ihr kennt das... erst kann man sich nicht entscheiden, dass sind alle Sachen, die in der engeren Wahl waren ausgebucht und im Endeffekt verbummelt man dann noch die restlichen zwei tage damit Alternativen zu finden, die aber eigentlich keine Alternativen sind, um dann doch zu Hause zu bleiben.
Deswegen werden wir wohl auch diese Woche noch damit anfangen unseren Sommerurlaub zu planen :D
Aber wir wohnen hier eigentlich schon ziemlich gut in Viersen. man ist schnell in den Großstädten NRWs, im Ruhrpott, in den Niederlanden oder auch in Belgien. In 100km Umkreis findet man 1.000 schöne Dinge. Aber auch hier wieder das Problem... wer die Wahl hat, hat die Qual.
So haben wir uns gestern spontan dazu entschieden einen Tag nach Lüttich zu fahren. Das sind knappe 75 Minuten hin und somit relativ spontan umzusetzen. Eigentlich wollten wir ja erst heute fahren, aber nach 14 verschiedenen Wettervorhersagen haben wir uns dann doch für den Mittwoch entschieden. Und was soll ich sagen, es war gut so.
An Lüttich hatten wir generell keine großen Ansprüche. Wir wollten leckere Waffeln und ein paar belgische Pommes essen und da ich noch nie im echten Paris war, wollte ich wenigstens mal "klein Paris" sehen. So wird Lüttich nämlich auch gerne genannt.
Wichtig ist es zu wissen, dass Lüttich erstmal einen nicht sonderlich schönen Eindruck macht. Viel altes, gruseliges Industriegebiet, Plattenbauten und runter gekommene Hochhäuser haben wohl schon den ein oder anderen Tourist vorzeitig umdrehen lassen.

Geparkt haben wir im Interparking Cité, weil wir sehr zentral stehen wollten und ja das klingt jetzt komisch, nicht weit weg von unserer geplanten letzten Station, dem le frite. Generell ist es aber schwierig ein Parkhaus zu finden, was für den ganzen Tag mehr als 15€ kostet. Zwischen 1€ die Stunde und 14,20€ pro tag ist alles drin. Wir wollten nicht groß suchen und haben das für uns nächste Parkhaus angesteuert.
Los gezogen sind wir dann erstmal in Richtung Stadt. Zum Place Saint-Lambert um genau zu sein.


Tivoli

Palais Provincial

Hier gibt es den Palais des Princes-Évâque mit dem Palais Provincial und viele andere schöne historische Gebäude.
Problematischer an unserem Ausflug war jedoch die Sparache. Im wallonischen Teil Belgiens spricht man französisch. Und zwar fast überall ausschließlich französisch. Vonwegen man kommt mit englisch überall zurecht. Nicht in Wallonien. Also lernt vorher schon mal, wie man eine belgische Waffel bestellt ;-) Zum Glück spricht der mann gebrochen französisch, wobei das auch nur mit Resten vor Erinnerungen an die 9te Klasse ^^.
Wer also bisher dachte, dass Franzosen selbst schon sehr eigen sind, was ihre Sprache angeht, der war noch nie bei den Wallonen.

St. Paul´s Cathedral

 Das erste mal am Ende der Stadt angekommen, wir sind die ganze Zeit in Richtung Cathedrale gelaufen, hat die eigentliche Irrfahrt dann angefangen. Die Cathedrale selbst war leider nicht sonderlich gut zu erkennen, da sie derzeit fast vollständig in Gerüsten eingepfercht ist. Nach den typischen Fotos zu urteilen ist sioe eigentlich ziemlich schön und auch der Platz davor ist schön gestaltet. Leider hat man davon aber nichts sehen können. Auch neben der St. Pauls Cathedral war eine mega Baustelle, die einem neben staubiger Luft auch noch jede Menge Lärm beschert hat.

































Doch vom "Ende" der Stadt haben wir noch ein weiteres Türmchen erblickt und sind einfach mal der Straße gefolgt. Gelandet sind wir am Eglise Saint-Jaques. Wunderschön gelegen haben wir dort unsere erste Pause gemacht. Geplant, wo ganz grob gesehen die Reise hin gehen soll und was wir wo essen wollen.
Als ersten Snack mussten dann ganz klar Lütticher Waffeln her. Ich meine was soll man denn schon sonst in Lüttich essen, wenn keine Waffeln? Das Angebot erschlägt einen regelrecht und man muss genau hinsehen, wo man seine Waffeln erwirbt. Viele Läden haben sie schon vorgebacken und machen sie dann nur nochmal warm. Davor würde ich persönlich abraten. Fündig wurden wir dann bei Pollux direkt an der Cathedrale. Dort werden die Waffeln frisch gebacken und es gibt auch keine 1.000 Auswahlmöglichkeiten. Es gibt welche in Vanille, sprich pur, mit Zimt und Zucker, in Schokosauce getränkte Waffeln und welche in die 3 Schokostäbe hineingeschoben werden.
Wir haben die beiden Schokovarianten getestet.


Leider war die Schokosauce keine, die mit der Zeit fest wird und so hat sich der Mann gleich mal die Hose versaut. Unfassbar gut war jedoch die Variante mit den Schokosticks. In der heißen Waffel schmelzen sie und mit den karamellisierten Ecken des Teiges echt eine Wucht! Preislich ist man mit 2,50€ mit dabei. Anzemerken ist auch vielleicht, dass Belgien generell kein sonderlich günstiges Land ist ;-)

Weiter ging es mit der Erkundungstour durch die Stadt. Der Mann ist ja so einer, der auch gern mal hier die Gasse und da die Seitenstraße rein läuft. Mal geht gut und manchmal endet man dann halt in einer Gasse gesäumt von Kiffern, die zu französischem HipHop seltsam deine Kamera beäugen. Wir waren dann genauso schnell wieder da weg, wie wir hinein gefunden haben.
Die nächste Seitenstraße vehieß dann etwas besse auszusehen. In Lüttlich gibt es viele kleine Baguetterien, Käsereien, Patisserien und Metzgereien, die mit fein dekorierten Schaufenstern einladen mal hinein zu schaien. Aber auch hier ist es zu empfehlen vorher französisch zu sprechen.

Als dann die Sonne raus kam musste noch schnell eine große Kugel Eis her, oder auch zwei. Wir wollten nicht lange suchen und haben bei Australian halt gemacht. Es gab ein Soja-Himbeer Eis und eins aus Rocher. Aber das Himbeereis war echt der Knaller. Super Himbeerig, ohne dabei zu künstlich oder zu süß zu sein. Wirklich gut!



Übrigens scheint Decathlon ein  üblicher Ausstatter zu sein, denn wir haben diverse Menschen gesehen, die zufällig auch alle die gleichen Regenjacken trugen, wie wir. ^^
Ach noch ein kleiner Tipp... Es gibt zwar einen botanischen Garten in Lüttich, der auch gerne mal angepriesen wird, aber glaubt mir... der lohnt nicht. Ich glaube da ist jeder gut Sortierte Blumenmarkt besser aufgestellt und günstiger im Eintritt ;-)

Angetrieben von zu viel Zucker und einer Erinnerung an einen Eintrag bei TripAdvisor sind wir dann blindlinks in Richtung Berg gelaufen. Immer der Nase nach. Irgendwo musste es da ja hoch gehen.
Wir sind dann aber nicht klassisch die 40.000 Stufen am Montagne de Bueren hoch gekraxelt, sondern sind am Saint Martin hoch gewandert. Auch, wenn das dann ehr dem Zufall geschuldet war.































Im Nachhinein glaube ich auch, dass das die bessere Wahl gewesen ist. Wir haben schöne Flecken der Stadt gesehen mit kleinen verwinkelten Gassen und wunscherschönen kleinen Häusern. Zum Teil erinnerte es an eine kleine Bergstadt in Italien oder dergleichen. Wirklich traumhaft.


Endlich oben angekommen hatten wir dann einen tollen Blick über die Stadt.



Aber ihr kennt das... wer hoch läuft muss auch irgendwie wieder runter kommen ;-) Und ich muss sagen selbst das runter kommen war anstrengend. Da sind schlotternde Knie vorprogrammiert. Viel erstaunter waren wir aber dann, als uns ganze Gruppen von Joggern entgegen kamen, die da hoch stiefelten, als wäre das nicht im Ansatz eine Herausforderung. Meine Theorie ist einfach, dass die Kinder schon in jungen Jahren mit dieser Treppe gequält werden. Als wir unten ankamen kam uns der Beweis entgegen. Eine ganze Fußballmannschaft von etwa 14-jähriger Jungs musste dort sein Training absolvieren.

Hier noch mal ein genauerer Eindruck der vorherrschenden Dimensionen.


Wer also gut französisch spricht und gerne auf Entdeckertour geht, dem kann ich Lüttich mit gutem Gewissen ans Herz legen. Der Touri-Teil der Stadt ist nciht sonderlich groß, aber wenn man auch mal abseits der Reiseführer die Augen offen hält, kann einen die Stadt durchaus positiv überraschen.




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